Forschende der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL haben eine neue Methode entdeckt, um das Alter und Wachstum feinster Baumwurzeln zu bestimmen. Die Ergebnisse einer kürzlich in der Zeitschrift Nature Communications veröffentlichten Studie zeigen, dass dünne Baumwurzeln deutlich weniger alt werden als bislang angenommen. Sie werden nämlich nur wenige Jahre und nicht etwa zehn Jahre alt.

Mittels Dünnschnitten von weniger als zwei Millimeter dicken Wurzeln identifizierten Forschende der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL die Jahrringe von mehreren hundert Wurzeln von Fichten (Picea abies), Föhren (Pinus sylvestris), Buchen (Fagus sylvatic...
Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann kommt es zu einem einzigartigen Phänomen: Der Exoplanet wird selber so heiss wie ein Stern. Weil solche Gas-Riesen dem Jupiter physikalisch ähnlich sind, werden sie auch «Hot Jupiters» oder «Ultra-hot Jupit...
Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Forschungszentrums Borstel hat ein neues Verfahren auf Basis der Genomsequenzierung entwickelt, um Tuberkuloseerreger eindeutig und weltweit einheitlich zu identifizieren. Die Ergebnisse dieser Studie sind kürzlich im Journal EBioMedicine erschienen und könnten in Zukunft entscheidend dazu beitragen, Ausbrüche schneller und effektiver zu bekämpfen.

Tuberkulose wird von Bakterien aus dem Mycobacterium tuberculosis Komplex ausgelöst und ist eine der tödlichsten Infektionskrankheiten des Menschen. Die Behandlung ist kompliziert und langwierig, und selbst nach einer Heilung bleiben oft schwere Organschäden zurück. Darüber h...
Um Krankheiten besser zu erforschen und zu heilen, müssen Forscher und Ärzte krankheitsrelevante biologische Substanzen wie Proteine und Nukleinsäuren, sogenannte Biomarker, in Blut oder Urin des Patienten nachweisen - und zwar in geringen Mengen und mit hoher Präzision. Die Forscher Dr. Sujit Kumar Verma und Prof. Dr. Sebastian Springer von der Jacobs University Bremen haben in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Gerd Klöck von der Hochschule Bremen eine neue und sehr genaue Methode zur Messung solcher Biomarker entwickelt. Dabei werden diese Stoffe von mikroskopisch kleinen Partikeln, sogenannten Mikrokapseln, mit der Hilfe von Antikörpern erfasst und nachgewiesen.
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Zellen sammeln, zersetzen und recyceln überflüssiges oder beschädigtes Zellmaterial. Dieser Prozess, die Autophagie, ist wichtig, da zelluläre Abfälle für den gesamten Organismus schädlich sind, wenn sie sich in den Zellen ansammeln. Wie auch bei der Aufbereitung von Hausmüll erfordert die Autophagie bestimmte Mechanismen und Elemente. Ein Team um Prof. Dr. Claudine Kraft vom Institut für Biochemie und Molekularbiologie der Universität Freiburg und Levent Bas vom Institut für Biochemie und Zellbiologie der Universität Wien/Österreich hat neue Erkenntnisse über die Rolle von Proteinen bei der für die Zellreinigung wichtigen Verschmelzung von Autophagosomen und Vakuolen gewonnen...
Der verdiente Urlaub geht zu Ende, und man nimmt erholt und entspannt im Flieger Platz. Wer denkt da schon daran, dass im Flugzeug nicht nur braungebrannte, gutgelaunte Fluggäste und Gepäck mitreisen, sondern auch kleine unerwünschte Passgiere an Bord sein können: Keime und Krankheitserreger, die innerhalb weniger Stunden weite Strecken zurücklegen können. In einer aktuellen Übersichtsarbeit zeigen Materialforscher der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) auf, dass die Oberflächen in Flugzeugen von verschiedenen Arten potenziell gefährlicher Mikroorganismen besiedelt werden, die Infektionskrankheiten auslösen könnten. Bislang waren relativ wenig zuverlässige Daten über die...
Als weltweit kleinsten Transistor hat der Physiker Professor Thomas Schimmel mit seinem Team am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) den Einzelatom-Transistor entwickelt: ein quantenelektronisches Bauelement, das einen elektrischen Strom über das kontrollierte Verschieben eines einzelnen Atoms schaltet – mittlerweile auch im festen Zustand in einem Gel-Elektrolyten. Der Einzelatom-Transistor arbeitet bei Raumtemperatur und verbraucht extrem wenig Energie, was ganz neue Perspektiven für die Informationstechnologie eröffnet. In der Zeitschrift Advanced Materials stellen die Wissenschaftler den Transistor vor (DOI: 10.1002/adma.201801225).

Die Digitalisierung bedingt einen eno...
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Jena und Gießen haben per Computersimulation eine Entdeckung gemacht, die in den Zellen praktisch aller Lebewesen eine Rolle spielt: Sie stellten fest, dass die räumliche Struktur der Boten-Ribonukleinsäuren (engl. Messenger RNA, kurz mRNAs) Einfluss auf die Funktion dieser für die Vervielfältigung von Zellen wichtigen Moleküle nimmt. Ihre Ergebnisse haben sie in der renommierten Fachzeitschrift „Bioinformatics“ veröffentlicht (DOI: 10.1093/bioinformatics/bty678).

Über mRNAs wird die genetische Information aus dem Erbgut der Zellen (DNA) in Proteine übersetzt und so für die Zelle nutzbar gemacht. Die Reihenfolge...
Das in der Umwelt weit verbreitete Bakterium Pseudomonas aeruginosa ist für gesunde Menschen in der Regel harmlos. Doch bei geschwächtem Immunsystem kann es schwere akute Infektionen auslösen, so dass das Bakterium zu einem der bedeutendsten Krankenhauskeime zählt. Wenn es die Atemwege von Patienten mit der angeborenen Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose besiedelt – wie es bei 80 Prozent der jugendlichen und erwachsenen Betroffenen der Fall ist – führt dies zu chronischen Infektionen, stark geschädigtem Lungengewebe und verminderter Lungenfunktion. Die Behandlung wird umso schwieriger, je erfolgreicher sich das Bakterium an die Lunge anpasst. Im Laufe der zum Teil über Jahrzehnte...
Farbstoffe, die auch für die organische Elektronik hochinteressant sind, wurden an der TU Wien hergestellt und kristallisiert. Dafür benötigt man nichts als Wasser – unter höchst ungewöhnlichen Bedingungen.

Sie beeindrucken nicht nur durch ihre strahlend intensive Farbe, sondern haben auch eine wichtige technologische Bedeutung: Organische Farbstoffe sind eine Klasse von Materialien mit ganz besonderen elektronischen Eigenschaften. Von Flachbildschirmen über elektronisches Papier bis hin zu Chipkarten sollen in Zukunft viele Technologien auf solchen organischen Molekülen beruhen.
Doch bisher konnten solche Materialien nur über komplizierte und äußerst umweltschädliche ...
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